Geschichte der Stadt

Die Geschichte Crimmitschaus ist eng mit der Textilindustrie verbunden. Bereits im Mittelalter als Tuchmacherstadt bekannt, entwickelte sich Crimmitschau im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Industriestandort – mit dem Beinamen „Stadt der 100 Schornsteine“. Erfahren Sie hier mehr über die bewegte Vergangenheit unserer Stadt, von der ersten Erwähnung 1212 über den großen Textilarbeiterstreik 1903/04 bis hin zur Gegenwart.

Mittelalter & Stadtrecht

1212 wurde „Henricus de Crematzowe“ erstmals urkundlich erwähnt. 1414 verlieh Markgraf Wilhelm II. Crimmitschau das Stadtrecht. Die Stadtmauer mit drei Toren und der Rote Turm (Wahrzeichen bis 1928) prägten das mittelalterliche Bild.

Textile Wurzeln

Schon 1429 gab es eine Tuchmacherordnung, 1436 folgte die Innungsgründung. 1748 gründete David Friedrich Oehler die erste Tuchmanufaktur – der Grundstein für die spätere Blüte. 1824 wurde die erste Dampfmaschine aufgestellt.

Stadt der 100 Schornsteine

Im 19. Jahrhundert wuchs Crimmitschau zur Industriestadt. 1880 gab es 40 Volltuchfabriken. Die Tuchfabrik Gebrüder Pfau (gegr. 1885) ist heute Westsächsisches Textilmuseum und Zeugnis dieser Ära.

Der große Streik 1903/04

Vom 22. August 1903 bis 18. Januar 1904 streikten über 8.000 Textilarbeiter für den Zehn-Stunden-Tag und bessere Löhne – einer der längsten und bedeutendsten Arbeitskämpfe im Kaiserreich.

Kriege, Zerstörung & Neuanfang

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ tiefe Spuren. Im Hussitenkrieg brannte die Stadt 1430 nieder. Nach 1990 wurde die Tuchfabrik als Museum erhalten – ein Ort der Erinnerung und Vision.

Crimmitschau heute

Das Westsächsische Textilmuseum, erhaltene Fabrikantenvillen und die jährlichen Stadtfeste halten die Geschichte lebendig. 2014 feierte die Stadt 600 Jahre Stadtrecht mit einer furiosen Festwoche.